Wann ist es die richtige Zeit, mit der Bulimie aufzuhören?
Gibt es überhaupt einen richtigen oder falschen Zeitpunkt, um aus dieser extrem belastenden Sucht auszubrechen? Was braucht es, damit der Ausstieg möglichst leicht und vor allem nachhaltig ist?
Was ist das Geheimnis von Frauen, die es geschafft haben?
Weisst du, wie es sich anfühlt, wenn du bereits gefühlte 29’183 Mal versucht hast auszusteigen? Jedes Mal wieder versagt und den Ausstieg noch immer nicht geschafft hast?
Du hörst dich sagen: Vielleicht schaffe ich es eh nie. Oder:
Wann hört das alles endlich auf?! Ich kann und will nicht mehr so weitermachen…
Wenn du dir diese oder ähnlich Fragen immer mal wieder stellst, dann lies unbedingt weiter. Denn in diesem Blogartikel geht es um den langersehnten Zeitpunkt, wo endlich für immer Schluss ist mit der Bulimie. Schluss mit diesem unendlich belastenden Teufelskreis von fressen, kotzen, hungern, exzessivem Sport uvm. Schluss mit all den dahinter versteckten und darunter vergrabenen Themen.
Der letzte Schritt raus aus dieser einschränkenden Gefangenschaft von Verboten, Druck, Zwängen und Abhängigkeiten. Der erste Schritt zurück in ein freies, glückliches, selbstbestimmtes und erfülltes Leben. Der Schlüssel, mit dem du aus deinem inneren Gefängnis endgültig ausbrichst.
Egal, wie lange du schon im Teufelskreis rund um die Bulimie gefangen bist, der Zeitpunkt des endgültigen Ausstiegs kann und wird auch für dich kommen. Genau dann, wenn du es wirklich, wirklich willst, eine klare Entscheidung triffst und bereit bist loszulassen.
In diesem Artikel erfährst du, warum der Ausstieg bei vielen oft nicht auf Anhieb klappt und was es tatsächlich dafür braucht. Es erwarten dich zudem ein paar berührende Geschichten von einigen meiner zauberhaften und super mutigen Klientinnen, die es bereits erfolgreich geschafft haben aus der Bulimie auszusteigen.
Ich erzähle dir heute auch etwas über meine ganz persönlichen Erfahrungen auf dem Weg in die Freiheit und teile mit dir zudem wertvolle Erkenntnisse aus den letzten Jahren, in denen ich bereits hunderte Frauen auf dem Weg aus der Bulimie begleitet habe.
Ich freue mich so sehr, dass du hier bist und hoffe, du kannst auch heute wieder ganz viel für dich mitnehmen!
Nun wünsche ich dir von Herzen ganz viel Freude beim Lesen, entscheiden und frei werden!
Die unterschiedlichen Phasen in der Bulimie
Meiner Ansicht nach gibt es nicht den einen richtigen oder falschen Moment, um aus der Bulimie auszubrechen. Es gibt keinen perfekten Moment. Es gibt nur den Augenblick, in dem du dich entscheidest, nicht mehr so weiterzumachen.
Ich selbst war fast 20 Jahre in der Bulimie gefangen. Auch hunderte Frauen, die ich in den letzten Jahren auf ihrem Weg begleiten durfte, haben den gleichen Punkt erreicht: Irgendwann wird aus „Ich will aufhören“ ein kraftvolles „Ich kann nicht mehr“. Genau dann öffnet sich die Tür in ein neues Leben. Genau dann starte der Weg in die Freiheit. Schritt für Schritt.
Phase 1: Die Selbsttäuschung
Zu Beginn wirkt die Bulimie oft wie eine „praktische Lösung“. Sie stillt den Hunger, vermittelt Macht und Kontrolle, bleibt nach aussen unbemerkt. Auch ich dachte lange: „Alles läuft gut, ich habe alles im Griff.“ Gedanken an ein Aufhören habe ich sofort verdrängt.
Ich habe mir täglich mit solchen und ähnlichen Sätzen eingeredet, dass alles passt:
«Ich habe mein Leben unter Kontrolle und voll im Griff.»
«Es funktioniert doch super und mein Leben läuft ganz gut.»
«Mir fehlt es an nichts und mein Leben ist eigentlich perfekt.»
Ich persönlich war selbst fast 20 Jahre in Essstörungen (von der Magersucht in die Bulimie) gefangen und kenne solche Aussagen nur zu gut!
Anfangs war ich in der Magersucht und von dort bin ich innert 3 Monaten in die Bulimie gerutscht. Zu Beginn fühlte es sich an, wie eine absolut geniale Lösung für meine innere Unruhe, für meinen mangelnden Wert und für meine viel zu vielen Gedanken. Zusätzlich war es aber auch total genial – ich konnte meinen masslosen Hunger stillen, hatte die Macht übers Essen und es war mir absolut bewusst, dass ich mit dem System der Bulimie nicht zum Nilpferd werde. Nach Aussen liefen mein Leben und mein Alltag normal weiter. Niemand schien etwas zu bemerken von meinem Doppelleben. Damals dachte ich nicht im Traum daran, dass ich jemals aufhören müsste und wenn ich mich mal schlecht fühlte oder ein Gedanke von “das tut mir nicht gut” kam, habe ich die Zweifel sofort wieder mit essen und kotzen abgewürgt.
Das war die Phase, wo ich einfach die Bulimie hatte und mir kaum Gedanken dazu gemacht habe, jemals aufzuhören oder auszusteigen. Ich fand es für einige Jahre wirklich ganz toll so zu leben und zu essen und habe nicht erkannt, wie sehr ich mir selbst damit schadete.
Phase 2: Die Enttäuschung
Nach einigen Jahren in diesem «Es ist doch ganz ok so und mein Leben ist perfekt.» spüren Betroffene immer mehr, dass das Doppelleben unglaublich belastend ist. Sie erkennen, dass sie ihr Leben schon lange nicht mehr im Griff haben, sondern die Bulimie ihr Leben und ihren Alltag immer mehr beherrscht. Sie wollen aufhören, merken aber, dass sie es nicht können. Sie sind gefangen in der Abhängigkeit und den Zwängen. Allein schaffen sie es nicht. Ich habe mir damals, als ich in der Bulimie gefangen war unzählige Male gesagt: „Morgen ist es das letzte Mal.“ oder «Das muss jetzt noch weg, dann höre ich auf.» oder «Am Geburtstag, an Neujahr, nach dieser Party etc, dann höre ich auf.» Spätestens am nächsten Tag bin ich gleich wieder in die alten Muster verfallen von einkaufen, fressen, kotzen, hungern, mich schuldig fühlen, mich zu schämen, fast zusammenzubrechen. Und habe trotzdem immer wieder und wieder und wieder und wieder weitergemacht.
Der Wunsch auszusteigen war zwar da, aber das Gefühl von Kontrolle, von Macht, von Loslassen und Bestimmen können, ja sogar kurze Sequenzen von Befriedigung und Entlastung, die ich durch das viele Essen und Kotzen genoss, waren viel stärker und hielten mich weiterhin fest in der Sucht gefangen. Ich war in diesem beherrschenden Teufelskreis gefangen.
Eigentlich wollte ich aufhören, aber ich war dann auch irgendwie zu bequem, diese unglaublich eingespielten Abläufe und Muster loszulassen und hatte nicht den Mut, wirklich einen Schlussstrich zu ziehen.
Ich hatte auch keinen Plan, keine Strategie und Niemanden, der mir die Hand gereicht und mir gezeigt hätte, wie ich denn aussteigen und den Weg in die Freiheit gehen konnte!
Also machte ich erst mal weiter, es war ja immer noch nicht sooo schlimm. Ich hatte das Meiste in meinem Leben immer noch im Griff und unter Kontrolle.
In dieser Phase besuchte ich über viele Jahre ganz unterschiedliche Therapien, habe immer wieder etwas Neues ausprobiert. Im Nachhinein ist mir bewusst, dass die Meisten davon eher als Alibi dienten und ich mein schlechtes Gewissen damit besser zur Seite schieben konnte. Es war damals mehr dieses Gefühl von, „Ich mache ja was, es nützt halt einfach nichts.“
Das zog sich tatsächlich über viele Jahre hin. Und obwohl es für mich «ganz okay» war, blieb das Doppelleben über die vielen Jahre in der Bulimie eine enorm einschränkende und immer grösser werdende Belastung.
Es brauchte sehr viele wertvolle Lebenszeit, die ich geopfert hatte bis mein Leidensdruck so massiv wurde, dass ich nicht mehr nur aussteigen „wollte», sondern schlichtweg „nicht mehr damit leben konnte»!
Phase 3: Die Entscheidung
Der Wendepunkt kommt genau dann, wenn die Belastung und Einschränkung durch die Sucht im Alltag so gross wird, dass das alte Leben nicht mehr funktioniert. Das Doppelleben kann nicht mehr aufrecht erhalten werden. Aus tiefster Erschöpfung, Hilflosigkeit, Ohnmacht und Lebensmüdigkeit wächst plötzlich eine glasklare Klarheit: „So geht es nicht weiter. Ich kann nicht mehr. Ich muss aussteigen.“
Das ist genau der Moment, in dem eine Veränderung wirklich möglich wird und du es schaffen kannst richtig frei zu werden.
Für mich selbst wurde die Belastung durch das Aufrechterhalten der ganzen Lügengeschichten und Abhängigkeiten, durch dieses scheinbar perfekte Doppelleben im Aussen immer überfordernder, erdrückender und enger. Es wurde unerträglich schwer alles aufrechtzuerhalten. Es zerriss mich innerlich wortwörtlich. Ich kam wiedermal an den Punkt, an dem ich wusste, dass ich nicht mehr konnte und etwas verändern musste. Diesmal aber SO ernst, so bewusst und so klar, dass ich nicht mehr nur eine Therapie als Alibi wählen konnte! Es war glasklar und unumstritten: Entweder verändere ich JETZT etwas, oder ich gehe daran kaputt! Und das wärs dann auch gewesen mit meinem Leben.
Bei mir war das ein sehr krasser, einschneidender Punkt im Mai 20024, den nicht jeder so extrem erlebt, der selbst in der Bulimie gefangen ist. Trotzdem kommt es nicht selten vor, dass Betroffene genau in dieser absoluten Ohnmacht und Verzweiflung die Entscheidung treffen, dass sie jetzt aussteigen und alles verändern. Dieser extreme Leidensdruck, diese massive Belastung durch das Doppelleben, durch die Lügen und Ausreden, durch das Allein- und zurückgezogen Sein, hat mich an die verletzlichsten Grenzen gebracht. Diese Grenzen befinden sich an diesem Punkt nicht selten auf einem ganz schmalen Grat zwischen Leben und Tod.
Es ist der Moment, an dem man merkt, dass man dieses Leben so einfach nicht mehr aufrechterhalten KANN. Es war bei mir dieser Punkt, an dem alles in sich zusammenbrach. Ich wusste, ich MUSSTE JETZT aus der Bulimie aussteigen. Diese Entscheidung kam aus tiefster Erschöpfung, Hilflosigkeit, Ohnmacht und (Lebens-)Müdigkeit, aber auch aus einer unendlich tiefen Sehnsucht nach echtem, lebendigen authentischem Leben, nach Selbstfürsorge, nach nährender Nahrung, nach Verbundenheit mit dem Körper. Aus einer Sehnsucht nach dem Leben, nach Fühlen, nach Lust, Genuss und nach echter bedingungsloser Liebe.
Diese Phasen, die ich dir hier aufgeschlüsselt habe, dienen ausschliesslich zu einer ungefähren Orientierung und variieren von Person zu Person. Jeder Mensch und jeder Weg ist einzigartig.
Diese Phasen unterliegen keiner definierten Länge. Sie dauern bei jeder betroffenen Person unterschiedlich lange. Vom Erkennen, dass man Bulimie hat, bis hin zum ersten Schritt, sich Hilfe zu holen, können viele Jahre, sogar einige Jahrzehnte vergehen, aber auch nur ein paar Monate. Diese Reise ist so individuell, wie jeder Mensch einzigartig ist.
Warum es oft nicht im ersten Anlauf klappt
Viele Frauen erzählen zwar, dass sie aus der Bulimie oder einer ähnlichen Essstörung aussteigen wollen. Doch wenn es darum geht, eine klare Entscheidung zu treffen, die Kontrolle loszulassen, fühlen zu lernen und Vertrauen zuzulassen, ziehen sie sich zurück.
Der Gedanke, dass Heilung ein Prozess ist und nicht mit einem Fingerschnipsen oder einer Pille passiert, macht Angst.
Manche verschieben den Ausstieg jahrelang. Doch irgendwann melden sie sich wieder und sagen: „Jetzt ist es so weit. Ich kann nicht mehr.“ Genau dann zeigt sich das, was ich weiter oben bereits beschrieben habe. Die Bereitschaft loszulassen und eine ganz klare Entscheidung zu treffen und sind essentiell wichtig.
Gesundheitliche Alarmzeichen. Wenn es zwingend an der Zeit ist, sofort aufzuhören!
Bulimie ist eine ernstzunehmende Suchterkrankung. Über Jahre hinweg kann sie den Körper massiv schädigen:
- geschwächte Zähne durch die Magensäure
- Herzrhythmusstörungen durch Elektrolytverlust
- entzündete Speiseröhre, Magenschmerzen, Sodbrennen
- Hormonstörungen bis hin zum Ausbleiben der Periode
- Depressionen, Isolation und Suizidgedanken
Diese Signale sind ein klarer Hinweis: Jetzt ist es dringend Zeit, zu handeln.
Zwei schöne Geschichten die Mut machen
Eine Frau, die ich begleiten durfte, war nach 28 Jahren Bulimie gesundheitlich am Ende. Sie hatte alles versucht, war erschöpft und hoffnungslos. Doch in einem Freiheitsgespräch traf sie eine klare Entscheidung: Verantwortung zu übernehmen.
Nur zwei Monate später schrieb sie mir: „Heute feiere ich meine Wiedergeburt.“
Eine andere Klientin kam direkt von der Intensivstation, nachdem ihr Kaliummangel lebensbedrohlich geworden war. Sie entschied sich für mein Diamantprogramm, änderte Schritt für Schritt ihr Denken und Handeln – und stand nach wenigen Monaten mit stabilen Werten und einer völlig neuen Lebensqualität da.
Diese Geschichten zeigen: Es ist nie zu spät. Heilung ist möglich. Auch für dich. Du bist nicht allein!
Dein Zeitpunkt ist JETZT
Es gibt keinen perfekten Moment. Es gibt nur deine Entscheidung, dir ein neues Leben zu schenken. Jeder weitere Tag hält dich im Gefängnis der Bulimie.
Hast du dich in diesem Artikel wiedererkannt? Was würdest du sagen, in welcher Phase befindest du dich aktuell?
Vor 30 Jahren war ich übrigens genau dort, wo du vielleicht heute stehst. Gefangen in und beherrscht von der Bulimie und absolut ohne Plan für einen möglichen Ausstieg!
Es gibt keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt, um auszusteigen. Es gibt einfach den Zeitpunkt, an dem du dir ein neues Leben schenkst. Jeder weitere Tag verbringst du im Gefängnis und die Sucht hat weiterhin die Macht über dich und dein Leben. Indem du dir JETZT Unterstützung holst, bestimmst du den Zeitpunkt, wo du aussteigst!
Ich habe in den letzten Jahren bereits viele hundert Frauen auf ihrem Weg aus der Bulimie begleitet. Wenn auch du dir Unterstützung wünschst, buche dir hier einen Termin für das einmalig:
Im Freiheitsgespräch werden mein Expertenteam und ich mit dir gemeinsam hinschauen wo du aktuell stehst, wir hören dir zu und planen zusammen deine ersten konkreten Schritte auf deinem Weg aus der Bulimie. Wir helfen dir dabei, den Teufelskreis endgültig zu durchbrechen. Damit du dein Leben, deinen Körper und das Essen bald wieder richtig frei, selbstbestimmt und glücklich geniessen kannst.
Ich freue mich total darauf, dich im Freiheitsgespräch persönlich kennenzulernen und dich ein Stück auf deinem Weg in die Freiheit an die Hand zu nehmen.
Ich glaube fest an dich und dass auch du es schaffst. Du musst diesen Weg nicht alleine gehen. Suche dir jemanden als Begleitung, der den Weg schon gegangen ist und bereits im Licht am Ende des Tunnels auf dich wartet. Du bist nicht alleine und ich bin für dich da.


