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Bulimie: Welche Auswirkungen hat sie auf den Körper?

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Bulimie: Welche Auswirkungen hat sie auf den Körper?

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten Essstörungen häufig im Jugendalter auf und können sich im Erwachsenenalter verschlimmern. Hauptsächlich leiden Frauen darunter, doch das befreit Männer nicht von jeglichem Risiko und es git tatsächlich immer mehr junge Männer, die unter einer Essstörung leiden.

Eine der häufigsten Essstörungen ist Bulimie. Es ist eine sehr ernstzunehmende Erkrankung, die sich nicht nur auf die psychische und körperliche Gesundheit auswirkt, sondern auch zum Tod führen kann. Dieser Artikel soll dazu beitragen, Zweifel, Ängste und Fragen rund um das Thema Bulimie zu klären.

Woran man erkennt, ob eine Person an Bulimie erkrankt ist

Betroffene die an Bulimie leiden, verspüren den unüberwindbaren inneren Druck in kurzer Zeit extrem große Mengen an Nahrung zu sich zu nehmen. Dies wird oft auch als „Fress-Anfall“, “Absturz” oder „Binge-Eating“ bezeichnet und findet heimlich statt.

Durch das unkontrollierte und maßlose Essen entstehen bei den Betroffenen extreme Schuldgefühle, sie schämen sich für ihr Tun und die panische Angst vor einer Gewichtszunahme oder entdeckt zu werden ist allgegenwärtig. Um diese Gefühle und die Situation wieder in den Griff zu bekommen und eine Gewichtszunahme um jeden Preis zu verhindern, werden nach dem Fress-Anfall extreme und sehr ungesunde Maßnahmen ergriffen.

Damit wird versucht die überschüssigen Kalorien so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Es gibt bei der Bulimie verschiedene Methoden, um diese überschüssige Kalorien und das extreme Völlegefühl loszuwerden. Zum Beispiel:

  • selbst herbeigeführtes Erbrechen
  • Verwendung von Abführmitteln

Es gibts auch eine Form der nicht abführenden Bulimie. Dabei versuchen Betroffene den Fress-Anfall durch ungesundes und kompensatorisches Verhalten auszugleichen. Dieses Verhalten zeigt sich zum Beispiel durch exzessiven Sport oder sehr langes Fasten.

Diese Maßnahmen haben nur einen Zweck: sie sollen die Schuldgefühle und die Scham so viel Essen in sich reingestopft zu haben reduzieren und den Fress-Anfall ungeschehen machen. Doch genau das hat schreckliche Auswirkungen auf den Körper und die Psyche.

Arten von Bulimia nervosa
Bulimia nervosa Nach einem übermäßigen Essen führen Schuldgefühle und Reue dazu, dass sich die Person selbst erbricht oder das Essen durch Abführmittel zwanghaft ausscheidet.
Nicht abführende Bulimia nervosa In diesem Fall folgt auf den Fress-Anfall ein kompensatorisches Verhalten, bei dem selbst auferlegter, anstrengender und übermäßiger Sport oder extreme Nahrungs-Einschränkung durchgeführt werden.

Kann Bulimie Folgen für den Körper haben?

Der Körper und das ganze innere System wird durch die Bulimie aus dem Gleichgewicht gebracht und kann schwere Folgen nach sich ziehen.

Durch das meist tägliche Erbrechen und / oder die regelmässige Einnahme von Abführmitteln unterbrechen die Betroffenen den Prozess der Verdauung und verhindern die Aufnahme von wertvollen und wichtigen Nährstoffen im Dünndarm. Der Körper ist dadurch nicht in der Lage normal zu funktionieren, denn die zugeführte Nahrung kann nicht richtig verarbeitet werden und wird dem System durch das erbrechen oder abführen entzogen.

Bulimie kann im Verdauungssystem großen Schaden anrichten

Die ersten Beschwerden die mit der Bulimie einhergehen sind Halsschmerzen, Sodbrennen oder Magenschmerzen. Je länger man jedoch unter der Bulimie leidet, desto schlechter wird es dem Körper und der Psyche gehen und die Beschwerden werden dementsprechend zunehmen.

Einen wesentlichen Schaden kann die Bulimie im Verdauungssystem und der Speiseröhre anrichten. Die Speiseröhre hat keinen Schutz gegen den sauren Inhalt des Erbrochenen, so dass ein ständiger unnatürlicher Brechreiz zu Schäden am Muskelring oder zu Blutungen und Rissen in der Speiseröhre führen kann. Gleichzeitig kann dies auch die Entstehung von Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) fördern. Auch der Schließmuskel der Speiseröhre kann durch das Erbrechen beschädigt werden. Das kann sogar soweit führen, dass Betroffene im späteren Verlauf der Krankheit unter einem unwillkürlichen Würgereflex leiden.

Daneben kann diese Essstörung auch eine negative Elektrolytveränderungen im Körper verursachen. Diese Veränderungen können zu Herzrasen, chronischen Verstopfungen oder einer allgemeinen Beeinträchtigung der Funktionsweise der inneren Organe führen.

Auch Zähne und Zahnfleisch leiden unter Bulimie

Zu den schwersten Kollateralschäden, die durch diese Essstörung verursacht werden, gehören unter anderem die Zähne und das Zahnfleisch. Nachdem diese durch das häufige Erbrechen ständig der Magensäure ausgesetzt sind, kann der Zahnschmelz geschwächt werden. Das wiederum kann das Entstehen von Karies fördern. Ebenso sind Verletzungen in der empfindlichen Mundhöhle, eine Schädigung und Reizung der Speicheldrüsen sowie Irritationen der Stimmbänder keine Seltenheit.

Die Zahngesundheit kann bei der Diagnose von Bulimie eine wichtige Rolle spielen, denn der Mund ist einer der Bereiche des Körpers, der dem Arzt oder Zahnarzt verraten kann, ob der Patient an Bulimie leidet oder nicht. Bestimmte Anzeichen können ein Hinweis dafür sein, dass die Person keine gewöhnlichen Zahnprobleme hat. Abnutzungserscheinungen am Zahnfleisch und Zahnschmelz sowie wunde Stellen können Anzeichen für eine Bulimie sein.

Auswirkungen von Bulimie auf das Herz-Kreislauf-System

Jüngste Studien, die in der medizinischen Fachzeitschrift “JAMA Psychiatry” über Bulimia nervosa veröffentlicht wurden, zeigen, dass Frauen mit Bulimie ein 4,25-mal höheres Risiko haben an einer Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden als “normale” Frauen.

Der ständige Kampf und die Kontrolle, die Nahrung durch Erbrechen oder durch Abführmittel wieder loszuwerden, können zu einer starken Dehydrierung führen. Dies führt wiederum zu einem ständigen Ungleichgewicht des Elektrolytgehalts im Körper und kann im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen oder anderen schlimmen Herzerkrankungen führen.

Bulimie und die Folgen auf das Fortpflanzungssystem

Bulimie kann erhebliche Folgen auf den Kinderwunsch haben. Denn der andauernde Nährstoffmangel und eine mögliche Muskelschwäche, können zu einem hormonellen Ungleichgewicht führen. Dies kann sich in geringem sexuellem Verlangen, dem Ausbleiben der Menstruation oder Unfruchtbarkeit zeigen.

Schwangere Frauen, die an Bulimie leiden, sind besonders gefährdet, da sie anfälliger sind für zahlreiche körperliche und psychische Komplikationen.

Die Komplikationen im Detail sind:

Körperliche Komplikationen:

  • vorgeburtliche Entwicklungsstörung
  • Hoher Blutdruck
  • Präeklampsie
  • Abtrennung der Plazenta.
  • Schwangerschaftsdiabetes

Psychologische Komplikationen:

  • Pränatale Depression und postpartale Depression
  • Fötale Abstoßung
  • Psychische Gesundheitsstörungen
  • Gedanken um Ablehnung und Selbstvorwürfe
KÖRPERLICHE KOMPLIKATIONEN PSYCHOLOGISCHE KOMPLIKATIONEN
Intrauterine Wachstumsretardierung Pränatale und postpartale Depression
Hoher Blutdruck Fötale Abstoßung
Präeklampsie Körperdysmorphe Störung
Abtrennung von Fötus und Plazenta Gedanken an Ablehnung und Selbstvorwürfe.
Schwangerschaftsdiabetes Entwicklung einer weiteren gleichzeitigen Essstörung während und nach der Schwangerschaft.

Auch das Baby kann Komplikationen aufgrund der Bulimie-Erkrankung der Mutter entwickeln:

  • Frühzeitige Geburt
  • Geringes Geburtsgewicht und kleinere Durchschnittsgröße
  • Geburtsfehler wie Mikrozephalie
  • Ernährungsbedingte Defizite
  • Schwaches oder mangelhaftes Immunsystem

Bulimie kann das Skelettsystem beeinträchtigen

Die geringe Nährstoffzufuhr im Zusammenhang mit der Bulimie kann zu Osteoporose und Osteopenie führen, das bedeutet, dass die Knochen an Stärke und Dichte verlieren.

Bei Jugendlichen kann die Ess-Brech-Sucht die optimale Knochenentwicklung beeinträchtigen. Ohne die notwendigen Nährstoffe kann das Skelett nicht normal wachsen. Dies kann im Erwachsenenalter zu Kleinwuchs oder Problemen mit Knien oder Hüften führen.

Bulimie bringt das Hormonsystem aus dem Gleichgewicht.

Die Bulimie kann den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt sehr stark beeinträchtigen. So können zum Beispiel das Schilddrüsenhormon oder auch die Bauchspeicheldrüse stark unter dieser Essstörung leiden und ihre Aufgabe nicht mehr richtig wahrnehmen.

Während der Pubertät kann die Produktion von Wachstumshormonen reduziert werden, was die Pubertät verlangsamen kann. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer schlechten Körperentwicklung führen.

Daneben kann Bulimie die Produktion des “Stresshormons” Cortisol anregen. Bei einer Überproduktion dieses Hormons kann es zu körperlichen Problemen kommen, wie zum Beispiel:

  • Erhöhte Glukose im Blutkreislauf
  • Probleme beim Einschlafen (Schlaflosigkeit)
  • Erhöhte Angst- und Panikzustände
  • Herzrasen und Atemprobleme

Wie bereits weiter oben erwähnt, können Frauen auch Probleme mit ihrer Fruchtbarkeit bekommen. Bei Männern kann Bulimie zu erektiler Dysfunktion führen.

Bulimie kann sich am ganzen Körper zeigen

Auch die Haut kann stark unter den Auswirkungen der Bulimie leiden. Das zeigt ishc in Verbindung mit einer Dehydrierung und / oder mangelnder Nährstoffaufnahme. Mit der Zeit kann die Haut rau werden oder sogar ihre Pigmentierung verändern.

Der Mangel an Nährstoffen kann auch zu Haarausfall oder brüchigem Haar führen. Gelegentlich kann es aber auch den gegenteiligen Effekt haben und zu einem übermäßigen Wachstum vor allem bei der Körperbehaarung führen. Auch die Nägel bleiben von den negativen Auswirkungen der Bulimie nicht verschont: Sie werden schwach und brechen leicht.

Wie können sich Betroffene aus einer Essstörung befreien und wieder richtig gesund werden?

Die meisten Menschen mit einer Essstörung verheimlichen ihren Zustand, weil sie sich dafür schämen oder Angst vor der Reaktion anderer haben. An einer Essstörung zu leiden, hat nichts mit einem verzweifelten Ringen nach Aufmerksamkeit zu tun. Es ist das Ergebnis einer komplexen Verflechtung zwischen den oben beschriebenen Faktoren und belastet das Leben und den Alltag der Betroffenen extremst.

Der erste wichtige Schritt um gesund zu werden ist das Erkennen und Anerkennen, dass man unter einer Essstörung leidet.

Wenn Betroffene an diesem Punkt sind und erkennen, dass diese Essstörung mehr und mehr Zeit, Einfluss und Beherrschung in ihrem Leben und dem Alltag einnimmt, dass sie nicht mehr frei das Leben geniessen können, dann sollten sie sich möglichst schnell Unterstützung und professionelle Hilfe suchen.

Es ist sehr hilfreich, sich in einem ersten mutigen Schritt einer nahestehenden Person anzuvertrauen und dann eine geeignete Person zu suchen, die sich in der Begleitung von Menschen mit Essstörungen auskennt, allenfalls eigenen Erfahrungen mitbringt und ganzheitlich arbeitet. Bei der Heilung einer Essstörung sollte nie das Essen im Mittelpunkt stehen. Die Begleitung sollte auf allen Ebenen stattfinden, um wirklich frei und gesund zu werden.

Meine Erfahrung und wie ich arbeite

Ich biete seit vielen Jahren ein erfolgreiches ganzheitliches Konzept für den Ausstieg aus der Bulimie, an. Ich litt selbst fast 20 Jahre lang an dieser mit viel Scham, Schuld  und Lügen verbundenen Essstörung und habe eine lange persönliche Reise hinter mir.

Im Mai 2004 habe ich den Ausstieg aus der Bulimie geschafft und bin seither absolut clean und geniesse mein Leben in allen Bereichen. Ich habe es mir zu meiner Lebensaufgabe gemacht, mit meiner persönlichen Erfahrung und dem grossen Wissen auf therapeutischer und heilender Ebene, betroffenen Frauen mit Bulimie den Weg zurück ins Leben zu zeigen. Dieser Weg bringt die Frauen dahin, ihr Leben wieder in allen Bereichen frei, erfüllt, glücklich und gesund genießen können.

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